Speer

Dieser Speer fand bei rituellen Anlässen und auch bei Kampfhandlungen Verwendung. Der Speer besteht aus einem Holzstab mit einer Speerspitze aus Stahl. Geschmückt ist der Speer mit rotem Ziegenhaar, welches mit Krapplack (Rubia tinctorium) rot gefärbt wurde. Die roten Haare symbolisieren das Feuer, im übertragenen Sinn bedeuten sie für die Kopfjagd Energie und Kraft. Die Insignien des männlichen Mutes wurden bei den Naga am Körper getragen, an sichtbaren Orten aufgehängt oder von befugten Kriegern mit sich geführt. Dazu zählten Körperornamente wie Hüftschmuck und Hüte, Kopfjägersymbole und Zierwaffen. Zur Ausrüstung eines jeden Kriegers gehörten selbstverständlich auch seine Waffen wie Speer, Haumesser (dao) und Schild.

Die maßgebliche Offensiv-Waffe der Naga ist der Speer, der auf kurze Entfernung mit bemerkenswerter Genauigkeit geschleudert wird. Alle Waffen sind nur in Verbindung mit der Defensivwaffe, dem Schild, denkbar. Es kamen auch Gewehre zum Einsatz. Die Konyak stellten selbst Schießpulver und angeblich sogar Gewehre her. Die Leistungsfähigkeit dieser Waffen dürfte aber moderat gewesen sein. Meist wurden die überfallartigen Angriffe in den frühen Morgenstunden durchgeführt und durch massive Speersalven eingeleitet. Erst wenn der Alarm ausgelöst wurde, organisierte sich der Widerstand. Der Angriff erstreckte sich über wenige Minuten und war von großer Mobilität bestimmt. Die Verwundeten und Toten wurden mit den dao enthauptet; die Köpfe nahm man mit, wohl auch die der eigenen Gefallenen.

 

Objekt Speer
Kultur Naga
Zeit spätes 19. Jahrhundert
Maße Länge: 173,5 cm
Material Stahl, Holz, Ziegenhaar, Rattan
Weiterführende Literatur Zurück zur Raumansicht